Home
Die BAP

"Ära Kleinschmidt" geht zu Ende

Als die "Ungarische Rhapsodie No 2" von Franz Liszt erklang, verstummte das Publikum im ehemaligen Josefsheim. Anfangs etwas schwermütig schwoll die Klaviermusik an, wurde flotter, heiterer.
Foto privat v.l.n.r. Bürgermeister U.Mangold, B. Brauckmann, E. Kleinschmidt, B. Hackauf, Reg.direktor des Landkreises K. Froschhammer und Vorsitzender der BAP-Gesellschafterversammlung H. Baumann.

Foto privat v.l.n.r. Bürgermeister U.Mangold, B. Brauckmann, E. Kleinschmidt, B. Hackauf, Reg.direktor des Landkreises K. Froschhammer und Vorsitzender der BAP-Gesellschafterversammlung H. Baumann.

Das Lied passte zum Anlass. Abschied hat etwas Wehmütiges, bringt aber stets einen Neuanfang und schöne Erinnerungen mit sich. Elke Kleinschmidt, Schulleiterin der Fremdsprachenschule, geht in den Ruhestand. In der Berufsakademie Passau (BAP) wurde sie daher gestern verabschiedet. Kollegen, Schüler und zahlreiche Ehrengäste würdigten ihre Leistung. 25,5 Jahre hat die "Ära Kleinschmidt" gedauert, mit ihrer Nachfolgerin Bernadette Hackauf wird nun eine neue Epoche eingeläutet. Kleinschmidt geht mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge. "Ich war schrecklich gerne hier", sagte sie. Sie werde sich weiterhin um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern, freue sich aber darauf, im Ruhestand mehr Zeit für sich zu haben. Die Studiendirektorin kam Ende der 80er nach Passau, unterrichtete Deutsch für Spätaussiedler und Asylberechtigte an der vhs und gründete 1990 schließlich die Berufsfachschule für Fremdsprachenberufe. Auch an der Gründung der Altenpflege- und Altenpflegehilfeschule war sie maßgeblich beteiligt, fungierte zeitweise auch als deren Schulleiterin. Dass Kleinschmidt viel geleistet hat, daran ließ die Feier keinen Zweifel. Als eine von acht Unternehmerinnen beziehungsweise Unternehmern sei sie das Risiko eingegangen, die BAP in private Trägerschaft zu überführen, betonte etwa Klaus Froschhammer, Ltd. Regierungsdirektor am Landratsamt Passau. Für Hermann Baumann, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der BAP, ist Kleinschmidt in Passau damit zu einer richtigen "Institution" geworden. Dafür, dass sie die Fremdsprachenschule zu ihrer Lebensaufgabe gemacht habe, gebühre ihr reichlich Dank. Dem stimmte auch Bürgermeister Urban Mangold zu: Man müsse den Hut ziehen vor den Pädagogen, die Fremdsprachen vermitteln und so zur internationalen Vernetzung beitragen. Regierungsschuldirektor Roland Ilg wies dabei insbesondere auf die Einführung der Ausbildung zum Eurokorrespondenten hin. Viele der Konzepte, die Kleinschmidt initiiert hat, seien Erfolgsrezepte gewesen. Das sieht auch Hackauf so: Im Bereich der Eurokorrespondenten etwa habe Passau bayernweit die höchsten Schülerzahlen. Hackauf wird, wie sie sagt, an den Ideen ihrer Vorgängerin, der "Querdenkerin und Visionärin", anknüpfen. Sie versteht sich dabei als "Brückenbauerin" zwischen Gegenwart und Zukunft, aber auch zwischen Sprache und Kultur. Doch nicht nur Fachliches stand auf dem Programm: Lehrer, Schüler und Verwaltungsmitarbeiter nahmen mit Dankesreden, Rätseln, Musikeinlagen und Sketchen Abschied von ihrer "Elke". Von der Frau, die immer die Kekse wegisst, die bis tief in die Nacht hinein an Stundenplänen tüftelt und E-Mails schreibt, die besser als jedes Rechtschreibprogramm sei und pedantisch auf die Kommasetzung achte. Auf jede Herausforderung habe sie, so BAP-Geschäftsführerin Barbara Brauckmann, mit einem "na klar machen wir das" reagiert. Dabei habe sie stets Herz gezeigt, hatte "25,5 Jahre lang ein offenes Ohr für jeden" , fügte Lehrerin Sabine Hertel hinzu. - dpl