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Die BAP

Mit Freude hinein in den Ernst des Lebens

Die 3. "businessweek" an der Wirtschaftsschule Pindl bringt Schüler und Firmenchefs zusammen.

Von Franz Danninger

Wenn Sie vorige Woche auffallend gut gekleidete Schüler in der Stadt gesehen haben, dann können Sie ziemlich sicher sein, dass es Pindl-Schüler waren.

Denn von Montag bis Donnerstag lief an der Wirtschaftsschule am Domplatz die dritte "businessweek": 24 Firmen, Behörden, Organisationen und weiterführende Schulen stellen sich vor, von Auto Leebmann bis zur ZF, vom Riesen Klinikum (ca. 210 Mitarbeiter) bis zur Zahnarztpraxis, die stellvertretend für die ganze "Branche" um Nachwuchs warben. Täglich zwei Vorträge in jeder Klasse. Die Ausbildungsmesse umgedreht – der Betrieb kommt zum Schüler. Natürlich ging es dabei vor allem um Inhalte, um die Ausbildungsangebote der Firmen und Behörden, um Tipps zur richtigen Bewerbung, um Lehrlingsgehälter und Aufstiegs-Chancen – aber auch um das sichere Auftreten und damit zusammenhängend das äußere Erscheinungsbild. Von der 7. bis zur 10. Klasse ein ungewohntes Bild in den Tischreihen: Junge Damen im Kostüm und junge Herren in Anzug und Krawatte lauschen den Vorträgen der Referenten. Viele Schüler waren vorher frisch beim Friseur. Natürlich warfen sich nicht alle komplett in Schale, doch sprach das Gesamtbild eine deutliche Sprache: "Wir wollen uns von der besten Seite präsentieren." Schulleiter Bernd Sedlmayr: "Das verstehen wir auch als Übung für Vorstellungsgespräche." Sein Stellvertreter Stefan Voggenreiter ergänzt, dass da auch das freundliche Grüßen dazu gehöre, die Körperhaltung, der Augenkontakt während einer Unterhaltung. Das dehnt sich ins Telefonieren aus, denn die Schulleiter stellen fest, dass einige Schüler die korrekten Umgangsformen am Telefon erst lernen müssen, "weil sie in den sozialen Netzwerken ganz anders kommunizieren." Keine Spur von Kommunikationsproblemen in der 10a. Bianca Hackl von der AOK erklärt den Abschluss-Schülern, welche Ausbildungsmöglichkeiten sie bei der Krankenkasse hätten und wie das Bewerbungsverfahren aussieht: Gruppendiskussion, Gruppenarbeit, Rollenspiel, Vorstellungsgespräch. Die Zehntklässler stellen Fragen, haken nach, holen sich am Ende die Kontaktdaten von Hackl – und bedanken sich auch höflich dafür. Verena Eichinger hat die Prozedur voriges Jahr erfolgreich durchlaufen, seit September 2014 ist sie Auszubildende bei der AOK und nimmt der versammelten Klasse die Angst: "Ich war furchtbar nervös, aber am Ende war es wirklich eine interessante Erfahrung." Allgemeinwissen sei gefragt, Schnelligkeit, logisches Denken und eine offene Art. Die "businessweek" ist ein hervorragendes Angebot, ziehen Pindl-Schüler ein positives Resümee: "Man bekommt einen Überblick, was alles möglich ist, lernt Firmen kennen, an die man von selbst nicht denkt und verliert etwas die Angst vor Bewerbungsgesprächen", sagt einer von ihnen. Ein anderer ist angetan davon, dass die Schüler mitbestimmen können und auch mitarbeiten. Stefan Voggenreiter schätzt, dass 40 der 100 Pindl-Schüler bei der "businessweek" aktiv dabei sind, sie bereiten das Catering für ihre Gäste vor, fotografieren für die Schul-Homepage, schreiben Tagesberichte oder stehen parat, wenn die Technik mal mucken sollte. Jobsharing im Business-Anzug.

Foto: Thomas Jäger/PNP