27.03.2020

Mehr als „nur Pflege“

Abschluss einer Gerontopsychiatrischen Weiterbildung


Urkunden und Rosen gab's zum Abschluss der Fortbildung. Das Foto entstand vor der Corona-Krise.


Passauer Neue Presse - 27.03.2020

14 Pflegefachkräfte haben die Weiterbildung „Gerontopsychiatrische Pflege und Betreuung“ im Umfang von 560 Unterrichtsstunden neben ihrem Beruf in der Pflege erfolgreich absolviert. Über 15 Monate lang haben sich die 13 Absolventinnen und ein Absolvent eine Woche pro Monat an der Berufsakademie Passau fortgebildet. Am Ende konnten sie im Gasthaus Zum Streiblwirt von Weiterbildungsleiter Joachim Berga und Dozent Jakob Schöfberger ihre Zertifikate entgegennehmen. Die Absolventen, die eine Pflegeausbildung haben, dürfen sich nun „Fachkraft der Gerontopsychiatrischen Pflege“ nennen und die Kursteilnehmer, die aus dem Bereich Therapie und Betreuung kommen, sind nun „Fachkräfte der Gerontopsychiatrischen Betreuung“. 

„Was ist eine Gerontopsychiatrische Fachkraft?“ Diese Frage begleitete die Kursteilnehmer während des gesamten Kurses. Die Aufgaben einer gerontopsychiatrischen Fachkraft sind vielfältig. Deshalb ist es umso wichtiger, sich seiner Position und der damit verbundenen Funktion im Klaren zu sein. Die Fachkraft erstellt Betreuungskonzepte und koordiniert im Team individuell angepasste Betreuungsangebote. Sie fungiert als „Gesprächstherapeutin“ für gerontopsychiatrisch veränderte Menschen und berät und schult Mitarbeiter und Angehörige. In Krisensituationen leiten sie „Ethische Fallbesprechungen“. All dies konnten die neuen Kräfte schon während der gesamten Kurslaufzeit in der täglichen Praxis umsetzen.
 

Für die Dipl. Sozialpädagogin Doris Mangiapane, die in der sozialen Betreuung arbeitet, war das wichtigste Fach der Weiterbildung die Kommunikation. Sie fühlt sich nun gestärkt im Umgang mit Angehörigen und Kollegen aus der Pflege. Mit dem gelernten Wissen kann sie sich jetzt auch leichter auf Menschen mit Demenz einstellen und deren nicht immer einfaches Verhalten besser akzeptieren.

Zwei in der Pflege tätige Absolventinnen erklärten die Bedeutung dieser Weiterbildung wie folgt: „Wir betreuen immer mehr Menschen, die durch Drogen- und Medikamentenmissbrauch oder Alkoholsucht an Demenz erkrankt sind. In der Weiterbildung haben wir nicht nur besondere Pflege- und Kommunikationsmöglichkeiten gelernt, sondern auch viel über den medizinischen Hintergrund, was nun in der Umsetzung und im Umgang mit Menschen mit Demenz sehr hilft.“ Diese Weiterbildung sei deshalb ihrer Meinung nach nicht nur für Pflegepersonal wichtig, sondern auch ganz besonders für Personal in Therapie und Betreuung, da deren Klientel sich auch immer mehr in diese Richtung verändert.

Für eine Kursabsolventin war eine entscheidende Erkenntnis, dass sie sich für Bewohner mit Demenz auch Zeit nehmen „darf“. Die Betroffenen sind dann entspannter, fühlen sich wohl, und dies erleichtert auch ihren Pflegealltag. Durch die Weiterbildung hat sie das Rüstzeug erhalten, noch besser auf die Bewohner eingehen zu können. Kollegen haben dies schon bemerkt und bitten sie um Tipps, wie sie ihren Umgang mit an Demenz erkrankten Bewohnern verbessern können.

Die Zahl der von Demenz betroffenen Personen ist in den letzten Jahren stetig angewachsen und wird weiter steigen. Die Pflegeeinrichtungen müssen weiterhin mit einem höheren Anteil dieser Klientel in den Heimen rechnen. Somit ist die Weiterbildung zur Gerontopsychiatrischen Fachkraft für die Pflegeeinrichtungen eine wichtige Möglichkeit, ihr Personal fachlich entsprechend der Anforderungen durch die demografische Entwicklung zu qualifizieren.

Anfragen zur Weiterbildung und anderen Angeboten der BAP unter: 0851 72088-31.