19.08.2020

Neue Ideen und Konzepte für die Altenhilfe

Weiterbildung: Berufsakademie Passau zeichnet 24 Verantwortliche Pflegefachkräfte mit Zertifikaten aus


PNP - 19.08.2020

Die Berufsakademie Passau hat 24 Verantwortliche Pflegefachkräfte mit Zertifikaten ausgezeichnet. Die Absolventen unterzogen sich nach einer einjährigen berufsbegleitenden Weiterbildung mit insgesamt 460 Stunden der Abschlussprüfung mit Kolloquium und Projektpräsentation. Dabei bewiesen sie ihre Fähigkeiten, innovative Ideen und Konzepte in die ambulante und stationäre Altenhilfe zu integrieren. Mit diesem Abschluss können die Absolventen nun als Stations- oder Bereichsleitungen in stationären Pflegeeinrichtungen arbeiten. Diesen Sprung auf der Karriereleiter feierte die Gruppe mit ihren Dozenten beim Streiblwirt in Passau.

Der Weg dorthin war dieses Mal freilich ein ungewohnter und teilweise sehr herausfordernder: für die Teilnehmer wie für die Dozenten und die Einrichtung. Durch die Schließung aller Weiterbildungseinrichtungen im Frühjahr aufgrund der Corona-Pandemie mussten schnell Lösungsmöglichkeiten gefunden werden. Damit die Teilnehmer die Weiterbildung ohne größere Verzögerung und inhaltliche Einbußen abschließen konnten, arbeitete die BAP im Eiltempo daran, alternative Lernmethoden zu entwickeln und diese schnellstmöglich umzusetzen. Mit der Einrichtung eines Virtuellen Klassenzimmers mit betreuten Selbstlerneinheiten und Videokonferenzen konnte der Unterricht fortgesetzt werden. Kaum ein Teilnehmer der Weiterbildung hatte damit Erfahrung und musste sich in diese neuen Lernformen und die damit verbundenen technischen Anforderungen erst hineinfinden. Kursteilnehmerin Inga Hollmann beschreibt es in einer Pressemitteilung des Bildungsträgers so: „Über Videokonferenz und Arbeitsaufträge zu lernen war anstrengend. Aber es war eine gute Lösung. Man lernt, Wichtiges zu filtern. Ich konnte vom gesamten Unterricht viel mitnehmen.“

Die Dozenten stehen dem Unterricht im Virtuellen Klassenzimmer laut BAP ambivalent gegenüber. Dozent Jakob Schöfberger empfand es demnach als interessante Herausforderung: „Insgesamt betrachte ich Online-Unterricht als Bereicherung des Unterrichtsgeschehens. Die Teilnehmer werden enorm in Ihrer Medienkompetenz geschult. Dies und die Eigenverantwortung für das Lernen verlangt von den Kursbesuchern viel. Da es sich in dieser Weiterbildung um angehende Führungskräfte handelt, ist das auch angemessen und wichtig. Diskussionen im Videounterricht verlangen vom Dozenten ein hohes Maß an Moderationsfähigkeit und im Vergleich zum Präsenzunterricht geht die zwischenmenschliche Komponente ab.“ Sein Kollege Rainer Stocker pflichtet ihm bei: „Mir hat der rege Austausch mit den Teilnehmern gefehlt“.

Teilnehmer und Dozernten freuten sich über die trotz der veränderten Bedingungen z. T. sehr guten Ergebnisse. Eine Teilnehmerin hat „das Leben mit Corona“ in ihrer Pflegeeinrichtung zum Thema ihrer Projektarbeit gemacht. Joachim Berga, der Leiter der Weiterbildung, gratulierte allen Teilnehmern und bestärkte sie, an der Weiterbildung „dran“ zu bleiben.

Um den Titel der „Pflegedienstleitung in Einrichtungen der Pflege und für ältere Menschen“ nach der Verordnung zur Ausführung des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes (AVPfleWoqG) zu erlangen, können die Absolventen ab September noch den 264 Unterrichtsstunden umfassenden Aufbaukurs absolvieren. Ein Großteil der Verantwortlichen Pflegefachkräfte nutzt laut BAP die Möglichkeit, sich noch spezifisch für das Aufgabengebiet einer Pflegedienstleitung weiter zu qualifizieren.

Infos zu den Weiterbildungsmöglichkeiten der Berufsakademie Passau unter www.bap-passau.de oder Tel.: 0851 720 8831.