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Fort- und Weiterbildungen

Lizenz zum Streitschlichten

Pfarrkirchen/Passau. Zwölf "Pioniere" haben an der Berufsakademie Passau (BAP) als erste Gruppe in Niederbayern die Fortbildung zum so genannten Social Mediator abgeschlossen. Damit haben der Mann und die elf Frauen professionelle Konfliktlösungskompetenz erworben.

Gestritten wird überall und ständig, ob an der Arbeitsstelle, in Familien, unter Partnern, unter Erben oder in Vereinen. Was die zwölf Kursteilnehmer als erstes von Thomas Jennrich, dem einzigen Ausbilder hierfür im deutschsprachigen Raum, lernen: "Jeder Konflikt ist zunächst neutral, er ist weder positiv noch negativ. Es gilt, ihn zu lösen." Genau dabei kann ein Social Mediator professionell helfen. Mindestens so wichtig ist: Der Mediator reißt keineswegs alle Macht an sich, schnitzt autoritär eine Lösung und stülpt sie den Konflikt-Parteien dann über. Vielmehr arbeitet er, allen Parteien gleich stark verpflichtet, mit den Betroffenen gemeinsam, bei Bedarf zusätzlich in Einzelgesprächen, daran, dass sie überhaupt wieder konstruktiv miteinander reden können. Die Methoden der Mediation waren Inhalt des Kurses, der im Februar begann und den alle erfolgreich mit einer Lizenz abschlossen. Die weiteste Anreise hatte die Erzieherin Mareike Eichhorn (24) aus Fürth. Die anderen Teilnehmer leben und arbeiten alle in der Region, nämlich in den Landkreisen Passau, Freyung-Grafenau und Rottal-Inn. Aus dem Landkreis Rottal-Inn dabei waren Ursula Schlögl, Simone Kallwitz und Eva Einwanger-Willmerdinger. So verschieden wie die Sparten, in denen die Teilnehmer arbeiten, sind auch die Einsatzfelder für soziale Mediatoren: Sie reichen von der Altenpflege über Betriebsübergaben, Eigentümergemeinschaften, Erbangelegenheiten, Familien, Jugendzentren, Seniorenheime Krankenhäuser, Kitas, Nachbarschaften oder Schulen und Vereine. Ausbilder Thomas Jennrich: "Dieser Kurs hier war an der BAP die erste umfassende Ausbildung für Konfliktlösungskompetenz und soll, aufgrund der hervorragenden Rückmeldungen der Teilnehmer nun für die Zukunft ein fester Bestandteil im Programm werden." - Christine Pierach - Foto: Pierach/pnp